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Jo van Nelsens Grammophonlesungen

Jo van Nelsen (geboren 1968 in Bad Homburg) wird gerne in der Presse als „Kulturallrounder“ bezeichnet. Begonnen hat der Musikkabarettist als Chansonnier und brachte bislang 17 Soloprogramme auf die Bühne und 19 verschiedene Tonträger in die Läden (u.a. 1989 den Top-Ten-Hit „Der Erdbeermund“). Er arbeitet als Schauspieler und Moderator in Theater und Varieté (u.a. Tigerpalast, Frankfurt/M.), im Rundfunk und im Fernsehen. Er erhielt u.a. den Ralph-Benatzky-Chansonpreis und den Thüringer Kleinkunstpreis. Als Sprecher leiht er seine Stimme prominenten Charakteren in so populären Spielen wie "World of Warcraft" und "Final Fantasy".
Seit 2001 arbeitet er vermehrt als Regisseur im Bereich Theater und Kleinkunst. Als Autor hat Jo van Nelsen ein Standardwerk zur Geschichte des deutschen Kabarettchansons bei dtv veröffentlicht, 2006 wurde sein erstes Theaterstück in Stuttgart uraufgeführt. Seit 2009 arbeitet er zudem als Systemischer Coach. Er lebt in Frankfurt am Main. .

Presse / Stimmen
„Einen guten Roman zu lesen, ist schön. Noch viel schöner ist es jedoch, ihn von Jo van Nelsen vorgelesen zu bekommen.“    (Hans Hirschmann: „Belle Époque contra Preußische Ordnung“, in: Frankfurter Neue Presse, 08.04.2016)  

„Seine Sammlung reicht von Kitsch über Kurioses bis zu Gruseligem. (…) Van Nelsen schafft einen einzigartigen Raum für Zeitgeschichte. (…) Mit den Grammophonlesungen hat der wortgewandte Sprachkünstler ein neues Bühnengenre kreiert.“ (Anke Lutjens: „Lametta an Heldenbrust“, in: Leine Zeitung/ Hannoversche Allgemeine Zeitung, 15.12.2014)

„Es ist, als ob die Zeit im Trichter stecken geblieben wäre, und man hineingesogen würde. Faszinierend!“ (Gästebucheintrag einer Besucherin der „Ginster“-Lesung).

 

 

Foto: Katrin Schander

Lesungen für Erwachsene

  • "Ein Panter in Berlin – Kurt Tucholsky und der Sound der Zwanziger Jahre"

    Grammophonlesung Kurt Tucholsky
    Kurt Tucholsky, der wohl bedeutendste deutsche Satiriker und Journalist des 20. Jahrhunderts, hatte eine große Liebe: Sein Grammophon! Diese Liebe teilt er mit dem Frankfurter Kabarettisten und Schellackplatten-Sammler Jo van Nelsen, der an diesem Abend dem Sound der Zwanziger Jahre nachlauscht in Tucholskys Texten und Liedern, untermalt von bewegten Bildern aus bewegter Zeit.
     
    Ein Ausflug in pompöse Tanzsäle und verruchte Flüsterkneipen, wo erste Erotik-Filme gezeigt wurden und „Flappers“ sich mit „Eintänzern“ vergnügten und ihren „Daddys“ gehörige Lügen auftischten. Beobachtet und kommentiert von einem der schärfsten Zeitzeugen, dessen Texte noch immer unglaublich aktuell sind.
  • „Kleiner Mann, was nun?“ Hans Falladas Erfolgsroman in der Urfassung

    • 2018 ist der 125. Geburtstag von Hans Fallada
    Hans Fallada Grammophonlesung Jo van Nelsen

    2018 feiert Deutschland den 125.Geburtstag einer seiner beliebtesten Autoren, der in den letzten Jahren auch international wiederentdeckt wurde: Hans Fallada. Der noch heute bekannteste Roman Falladas, „Kleiner Mann, was nun?“ , machte seinen Autor 1932 mit einem Schlag berühmt.

    Kurz vor der Machtergreifung der Nazis ganz im Stil der Neuen Sachlichkeit geschrieben, erschien es dem damaligen Verleger Ernst Rowohlt sicherer,  diesen sozialkritischen Roman der Wirtschaftskrise nur in einer stark lektorierten und fast um ein Viertel gekürzten Form erscheinen zu lassen. Allzu politisch brisante Passagen wurden gestrichen, ganze Handlungsstränge (z.B. über das ausschweifende Berliner Nachtleben) entfernt.

    2016 erschien erstmals die ungekürzte Fassung  dieses Buches um den sprichwörtlichen „Kleinen Mann“ der Weimarer Republik und sorgte für eine literarische Sensation.

  • Weihnachtslesung: "Lametta, Gans und Siegerkranz"

    Grammophonlesung Lametta, Gans und Siegerkranz Jo van Nelsen

    ... Ein skurriler deutscher Weihnachtsabend mit Grammophon ...

    Das Weihnachtsfest als Propagandamittel?

    Ob Kirchendiener oder Kaisertreue, ob Diktatoren oder Demokraten – alle trieben sie ihr Spiel mit den Gefühlen unterm Weihnachtsbaum.

    Jo van Nelsen , der Frankfurter Musikkabarettist und Schellackplatten-Sammler, präsentiert dem staunenden Publikum ein gruseliges Panoptikum in Texten und Bildern der Jahre 1854-1945, untermalt mit Weihnachtsmusik direkt vom Grammophon!

    „Lametta, Gans und Siegerkranz“ ist ein multimedialer Abend, der aufdeckt was sich unsere (Ur-) Großeltern auf den Gabentisch legten und ins Stammbuch schrieben. Ein Programm voll Kitsch und Witz, falschem Pathos und böser Satire.

  • "Die Schlangendame"

    Grammophonlesung - Schlangendame - Jo van Nelsen
    Otto Julius Bierbaums „Die Schlangendame“ – ein frivoler Roman aus dem Jahre 1896 zum Wiederentdecken, Staunen und Schmunzeln!

    Der satirische Roman „Die Schlangendame“ ist eine literarische Perle, die in Sujet und Atmosphäre Heinrich Manns „Professor Unrat“ (aka „Der Blaue Engel“) und Kurt Tucholskys „Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte“ vorwegnimmt: Mathilde Holunder, gefallene Pfarrerstochter, verdingt sich in einem Varieté als biegsame „Schlangendame“. Dort trifft sie auf den leichtlebigen Studenten Brock, mit dem sie ein Liebesverhältnis gegen jede Konvention eingeht – um über viele Umwege schließlich doch im Hafen der Ehe zu landen.

    Unkonventionell und libertinär ist der Roman, wie das Jahr, in dem er entstanden ist und das in Bild und Ton in dieser Lesung wiedererstehen wird: 1896 feierten die Deutschen das 25jährige Bestehen des Kaiserreiches und seiner preußischen Ordnung, aber auch die Premiere der veristrischen Puccini-Oper „La Bohème“; die ersten U-Bahnen fuhren durch Glasgow und Budapest und in London beklagt man das erste Opfer eines Verkehrsunfalls, an dem ein Automobil beteiligt war. Und: 1896 wurden in Deutschland die ersten Filme in Varietés und auf Jahrmärkten gezeigt!

  • "Käsebier erobert den Kurfürstendamm"

    Grammophonlesung - Käsebier - Jo van Nelsen
    ... Der Sensationsroman von Gabriele Tergit über Berlin in den Endzwanzigern: Aktueller denn je! ...

    In sechs rauschhaften Wochen schrieb Gabriele Tergit ihren ersten Roman, der sie 1931 mit einem Schlag berühmt machte. Die zeitgenössische Literaturkritik lobte ihn als den „ultimativen Großstadtroman“ und attestierte der Autorin die Beobachtungsgabe und das soziale Engagement eines Emile Zola.

    Nun ist der Roman endlich in einer kommentierten Neuauflage im Schöffling Verlag wieder erschienen! „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“ erzählt von Aufstieg und Fall des Volkssängers Käsebier, den ein Zeitungsreporter in einem billigen Varieté entdeckt. Um Eindruck in seiner Redaktion zu machen, puscht er ihn zum Megastar hoch. Immobilienmakler und Spekulanten hängen sich an den schnellen Ruhm, die gelangweilten Damen der guten Gesellschaft pilgern in die Vorstellungen, Käsebier wird hemmungslos vermarktet. Parallelen zum Heute drängen sich immer wieder auf…

    Gabriele Tergit, die erste deutsche Gerichtsreporterin, ist nicht nur eine unerbittlich genaue, sondern auch mitfühlende Beobachterin. Pointierte und hoch komische Dialoge machen neben der präzisen Schilderung der gesellschaftlichen Milieus – vom Tanzmädchen über den Bauunternehmer bis zum Medienmogul – den Reiz ihres Romans aus.

  • "Ich küsse Ihre Hand, Madame“ – Jüdische Künstler auf Schellack

    Jo van Nelsen
    Diese Lesung entstand begleitend zur Reihe „Frankfurt liest ein Buch 2016“, die David Seuthes Roman „Frankfurt verboten“ um eine jüdische Pianistin in der Nazizeit in den Mittelpunkt stellt, sowie zur parallel laufenden Ausstellung des Frankfurter Museums für Kommunikation „Jukebox Jewkbox! – Ein jüdisches Jahrhundert auf Schellack und Vinyl“.
     
    Über die spannenden Biographien vieler jüdischer Künstler wird Jo van Nelsen in dieser Multimedia-Show erzählen, Texte von Stefan Zweig u.a. lesen und immer wieder die Kurbel seines roten Koffergrammophons drehen… Neben den Stars der Klassik, werden auch Künstler des jungen Jazz wie Sophie Tucker und George Gershwin von Schellackplatten zu hören sein.
  • "Ginster" - Ein Tongemälde des 1.Weltkrieges

    Grammophonlesung -"Ginster" - Ein Tongemälder des 1.Weltkrieges

    „ICH VERSTEHE NICHTS VON KRIEGEN – LASSEN SIE MICH FORT!“
    Der Beginn des I. Weltkrieges in Siegfried Kracauers Roman „Ginster“ (1928)

    Mit fast kabarettistischem Blick lässt Kracauer in seinem Roman den titelgebenden Anti-Helden Ginster auf die deutsche Gesellschaft des Jahres 1914 schauen, die sich zum Kampf rüstet. Da hagelt es große Sätze aus dem Munde kleiner Männer, und die Aufgeregtheit vor dem Neuen bricht in die fast biedermeierliche Behaglichkeit deutscher Wohnstuben ein.

  • „JO, BABBA“ – van Nelsen liest Die Hesselbachs

    „JO, BABBA“ – van Nelsen liest die Hesselbachs
    „Kall, mei Drobbe!“ Kennen Sie noch Mamma Hesselbachs legendären Ausruf? Erinnern Sie sich noch an die Radio- und Fernsehgeschichten über die Firma Hesselbach „irgendwo im Hessischen“?

    Der nahe Frankfurt geborene Jo van Nelsen hat zwei wundervolle, nur noch antiquarisch erhältliche Bücher ausgegraben:„Babba“ und „Mamma“, 1967 geschrieben von Wolf Schmidt, dem Erfinder und unvergessenen Darsteller des Babba Hesselbach, der hier seine Lieblingsepisoden zu eigenständigen Erzählungen umarbeitete. Aus denen liest van Nelsen nun vor: Genüsslich schwelgend in skurrilen Verwicklungen und versteckten Seitenhieben auf die Politik, die wunderbarerweise auch heute noch treffen.

    Die Hesselbachs waren die erste Fernsehfamilie Deutschlands, deren Serie mit Einschaltquoten von bis zu 94 Prozent wahrhaft die Straßen fegte.